Gutes Wohnen ist ein Versprechen
Was unsere Mitglieder im Jahr 2026 darunter verstehen
Was ist eigentlich gutes Wohnen? Diese Frage haben wir in unserer letzten Mitgliederumfrage gestellt und viele von Ihnen haben geantwortet. Offen, differenziert und mit einem klaren Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit.
Rückmeldungen zeigen: Gutes Wohnen ist für unsere Community weit mehr als eine Frage von Architektur oder Ausstattung.
Wohnen ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr
Zwischen den Zeilen vieler Antworten wird spürbar, wie sehr sich Wohnen in den letzten Jahren verändert hat (zu unserem Blogbeitrag → Zukunft des Wohnens). Steigende Mieten, knapper Wohnraum, ein zunehmend profitorientierter Markt und gesellschaftliche Vereinzelung prägen die Erfahrung vieler Menschen.
Begriffe wie Sicherheit, Perspektive, Hoffnung oder Gegengewicht tauchen deshalb auffällig häufig auf. Gutes Wohnen wird nicht als Komfort beschrieben, sondern als etwas, das Halt gibt.
Drei Dinge, die gutes Wohnen ausmachen
Trotz aller Vielfalt lassen sich die Antworten unserer Mitglieder klar bündeln. Drei Aspekte stehen im Zentrum:
1. Bezahlbarkeit und langfristige Sicherheit
Für die große Mehrheit ist gutes Wohnen untrennbar mit Verlässlichkeit verbunden. Bezahlbarer Wohnraum, Schutz vor Spekulation und eine langfristige Perspektive – oft ausdrücklich auch für das Alter –sind zentrale Erwartungen.
„Eine Wohnperspektive für den Rest meines Lebens – barrierefrei und gemeinschaftlich.“
2. Verantwortung für Mensch und Umwelt
Fast ebenso wichtig ist der ökologische Anspruch. Nachhaltige Bauweise, Klimaschutz und ein bewusster Umgang mit Ressourcen werden nicht als Zusatz verstanden, sondern als grundlegende Qualität. Auffällig ist dabei: Luxus spielt kaum eine Rolle. Viele Mitglieder wünschen sich stattdessen eine Konzentration auf das Wesentliche – funktional, schön, langlebig.
„Bezahlbaren Wohnraum schaffen, der sich auf grundlegende Qualitäten konzentriert, nicht auf Luxus.“
Gutes Wohnen ist hier eine Frage der Haltung.
3. Gemeinschaft – mit Raum für Rückzug
Gemeinschaft wird von vielen als großer Wert benannt, allerdings nicht als starres Ideal. Gewünscht sind Orte, die Begegnung ermöglichen, aber ebenso Rückzug respektieren. Inklusion wird dabei weniger als bauliche Maßnahme verstanden, sondern als gelebte soziale Praxis.
„Nachhaltig betrifft vor allem den Bau – inklusiv ist eine Frage der Einstellung und des Miteinanders.“
Gutes Wohnen entsteht dort, wo Menschen sich gesehen fühlen, ohne sich anpassen zu müssen.
Gutes Wohnen ist mehr als ein persönliches Bedürfnis
Besonders eindrücklich sind die vielen Antworten, die über das eigene Wohnen hinausweisen. Einige Mitglieder sprechen von Notwendigkeit, von gesellschaftlicher Verantwortung oder davon, dem profitorientierten Wohnungsmarkt etwas entgegensetzen zu wollen.
„Dem Trend der Vereinzelung und dem Profit mit Wohnen etwas entgegenzusetzen.“
„Vom Schwächsten in der Gesellschaft aus zu denken.“
Gutes Wohnen wird hier als Beitrag zu einer solidarischeren Gesellschaft verstanden – nicht laut, aber entschieden.
Was wir daraus mitnehmen
Die Stimmen aus der Community zeigen uns:
Gutes Wohnen ist kein fertiges Produkt, sondern ein gemeinsamer Anspruch. Einer, der Sicherheit schaffen will, ohne abzuschotten. Der Verantwortung übernimmt, ohne zu moralisieren. Und der Gemeinschaft ermöglicht, ohne sie vorzuschreiben.
Diese Rückmeldungen bestärken uns in unserem Weg – und sie fordern uns zugleich heraus, weiter zuzuhören, weiter zu lernen und gemeinsam gute Antworten zu entwickeln.
Weil große Wohnideen einen starken Start brauchen
Wie sich gutes Wohnen in unseren aktuellen Wohnprojekten konkretisiert
Was unsere Mitglieder unter gutem Wohnen verstehen, prägt unmittelbar die Ausrichtung unserer aktuellen Wohnprojekte.
Im Projekt Vielfalt in Ladenburg stehen langfristige Bezahlbarkeit, gemeinschaftliche Strukturen und ökologische Bauweise im Mittelpunkt. VieLe in Mühltal bei Darmstadt setzt bewusst auf gemeinschaftliches Wohnen mit Raum für Individualität und auf solidarische Nachbarschaft. Bei der SWH eG in Ilbenstadt verbindet sich gutes Wohnen mitoekog generationenübergreifenden Konzepten und einer einer sicheren Wohnperspektive im ländlichen Raum. Und im MITeinanderhaus in Freiburg-Kleineschholz wird deutlich, wie Inklusion, Gemeinschaft und nachhaltiges Bauen zusammenwirken können.

