„Dieses Wohnprojekt ist ein wirklicher Mutmacher“

Sep 21, 2020

Der Baden-Württembergische Sozialminister Manne Lucha übergab am 19.9.2020 symbolisch die Schlüssel des genossenschaftlichen Wohnprojekts der OEKOGENO WIN eG an die Bewohner*innen. Gemeinschaftlichen Modellen wie diesen, so sein Fazit, gehöre die Zukunft.

Das ursprünglich für Mitte März geplante große Einweihungsfest für alle Bewohner*innen und die Nachbarschaft musste wegen Corona verschoben werden und war wegen der Hygieneregeln auch jetzt noch nicht möglich.

Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, ließ es sich dennoch nicht nehmen, beim Vor-Ort-Termin symbolisch den Schlüssel für das Wohnprojekt im Nürtinger Stadtteil Enzenhardt an die Bewohner*innen zu übergeben. Die OEKOGENO-Vorstände Rainer Schüle und Joachim Bettinger und Projektleiter Uwe Ilgemann führten ca. 15 geladene Gäste durch das Projekt und erläuterten den inklusiven, gemeinschaftlichen Charakter. Die OEKOGENO WIN eG hat zwei genossenschaftlichen Häuser im Stadtteil Enzenhardt mit insgesamt 33 Wohneinheiten errichtet. Das Besondere: Mit einer 4er-Appartement-WG und einer 5-er-Wohngemeinschaft bietet das Wohnprojekt Menschen mit Handicap die Chance, selbstbestimmt und als Teil der Hausgemeinschaft zu leben.

Minister Lucha lobt das „wirkliche Leuchtturmprojekt“

„Projekte wie dieses mit dem inklusiven Charakter und der Vielfalt in der Bewohner*innenschaft sind für uns echte Leuchttürme“, lobte Minister Lucha. „Sie sind für uns ein wirklicher Mutmacher.“ Der Minister betonte, dass in einer solidarischen Gesellschaft gemeinschaftlichen Wohnmodellen die Zukunft gehöre. „Sie haben es geschafft, eine Atmosphäre zu schaffen, in der jede und jeder die eigene Lebenserfahrung und Expertise einbringen kann. Hier wird jede/r respektiert und geschätzt.“ Das zeige, wie sehr wir alle vom gesellschaftlichen Engagement profitierten.

Nürtingens Bürgermeisterin Annette Bürkner bedankte sich bei den Vorständen der OEKOGENO für den langen Atem bei der Umsetzung. „Wir hatten bereits 2014 erste Kontakte und mussten viel Überzeugungsarbeit leisten“, so Bürkner. „Das hat viel Kraft gekostet.“ Umso schöner sei es, zu sehen, wie zufrieden die Bewohner*innen mit ihrem neuen zu Hause wirkten und wie verschiedenste Menschen jetzt hier zusammenleben könnten. „Das Projekt strahlt auch schon nach außen, viele
Kommunen in der Umgebung schauen sich ganz genau an, ob sie nicht etwas Ähnliches auf die Beine stellen sollten.“

Nürtingens Alt-OB Otmar Heirich freute sich besonders, dass die schwere Geburt, die das Vorhaben teilweise im Gemeinderat hatte, nun zu einem putzmunteren Kind geworden sei. „Das Projekt ist mir sehr ans Herz gewachsen. Viele haben am Anfang prophezeit, dass das nicht klappen könne. Umso schöner ist es, dass nun alles so wunderbar funktioniert hat.“

Die Betreuung der Handicap-WGs wird von der Samariterstiftung übernommen. Wolfgang Bleher, zuständig für Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie, betonte, wie außergewöhnlich gut die Stimmung im Wohnquartier sei. „Ich habe in meiner ganzen beruflichen Laufbahn noch nie erlebt, dass Menschen ohne Behinderung sich so darauf freuen, Menschen mit Behinderung in ihre Gemeinschaft zu integrieren.“

 

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