Mobilität im Wohnprojekt: Wie viel Auto braucht ein Wohnquartier wirklich?
Ob Menschen häufiger aufs Rad steigen, zu Fuß gehen, Bus und Bahn nutzen oder ein Auto teilen, entscheidet sich nicht allein an persönlicher Motivation. Es hängt auch davon ab, wie ihr Wohnumfeld geplant ist.
Deshalb spielt das Auto in unseren Wohnprojekten eine wichtige Rolle – aber eben nicht die Hauptrolle. Und das aus gutem Grund.
1. Weil Platz zu wertvoll für parkende Autos ist
Ob Menschen häufiger aufs Rad steigen, zu Fuß gehen, Bus und Bahn nutzen oder ein Auto teilen, entscheidet sich nicht allein an persönlicher Motivation. Es hängt auch davon ab, wie ihr Wohnumfeld geplant ist.
Deshalb spielt das Auto in unseren Wohnprojekten eine wichtige Rolle – aber eben nicht die Hauptrolle. Und das aus gutem Grund.
Im neuen Freiburger Quartier Kleineschholz werden Stellplätze deshalb in Quartiersgaragen gebündelt. So bleibt im direkten Wohnumfeld mehr Raum für Begegnung, Grünflächen, sichere Wege und Aufenthaltsqualität.
2. Weil nachhaltige Mobilität bequem sein muss
Es ist Montagmorgen. Die Kinder müssen zur Schule, ein Einkauf steht an, und später geht es noch zum Sportverein. Ob das Fahrrad in so einem Moment tatsächlich genutzt wird, entscheidet sich oft an einem überraschend einfachen Punkt: Kommt man schnell und unkompliziert daran?
Wer erst mehrere Türen öffnen, enge Kellerdurchgänge passieren oder ein schweres Lastenrad umständlich manövrieren muss, steigt oft doch ins Auto.
Deshalb gehören gut erreichbare Fahrradstellplätze – auch für Lastenräder – genauso zur Grundinfrastruktur eines Wohnprojekts wie Hauseingänge oder Gemeinschaftsräume. Im geplanten MITeinanderhaus im Freiburger Quartier Kleineschholz werden sie von Anfang an mitgedacht.
3. Weil Mobilität für jede Lebensphase funktionieren muss
Fast jedes zweite Auto wird an einem durchschnittlichen Tag überhaupt nicht bewegt – das zeigt die aktuelle Studie „Mobilität in Deutschland“. Gleichzeitig benötigen Autos dauerhaft Platz, unabhängig davon, ob sie gerade genutzt werden oder nicht.
Deshalb stellen wir in unseren Projekten eine andere Frage: Braucht wirklich jede Person ein eigenes Fahrzeug vor der Haustür? Oder braucht es vor allem gute Mobilitätsangebote für unterschiedliche Lebenssituationen?
Familien haben andere Anforderungen als Singles. Ältere Menschen andere als Berufstätige. Menschen mit Einschränkungen wiederum andere als Familien mit kleinen Kindern.
Ein gutes Mobilitätskonzept schafft deshalb verschiedene Möglichkeiten – statt alle Wege auf das eigene Auto auszurichten. Das MITeinanderhaus mit seinen 49 genossenschaftlichen Wohnungen für unterschiedliche Lebensphasen orientiert sich genau an diesem Gedanken.
4. Weil weniger Auto nicht weniger Mobilität bedeutet
Autoreduziert bedeutet nicht autofrei. Wer auf ein Auto angewiesen ist, soll es selbstverständlich weiterhin nutzen können. Gleichzeitig sollen Alternativen so attraktiv sein, dass viele Wege auch ohne eigenes Fahrzeug möglich werden.
Das Freiburger Quartier Kleineschholz verfolgt genau diesen Ansatz: Das Auto verschwindet nicht. Es bekommt lediglich einen anderen Platz im Quartier – in einer zentralen Quartiersgarage, in der Autos sicher untergebracht werden, ohne dass sie den öffentlichen Raum dominieren. Daneben setzt das Mobilitätskonzept auf Fahrradverkehr, Carsharing, öffentliche Verkehrsmittel und kurze Wege. So entstehen Wahlmöglichkeiten statt Abhängigkeiten.
Nachhaltiges Wohnen beginnt nicht erst beim Gebäude
Diesen Gedanken verfolgt die OEKOGENO nicht nur in Freiburg. Bereits im Mobilitätskonzept für das Wohnprojekt Zwischendörfer in Ehrenkirchen standen kurze Wege, Barrierefreiheit, Fahrradfreundlichkeit, öffentlicher Nahverkehr, Carsharing und Fahrgemeinschaften im Mittelpunkt – und die Grundidee war dieselbe wie heute im Kleineschholz: Mobilität wird nicht erst nach dem Bau gelöst. Sie wird von Anfang an mitgedacht.
Denn nachhaltiges Wohnen entscheidet sich nicht nur an Wärmepumpe, Dämmung oder Photovoltaik. Es entscheidet sich auch daran, wie Menschen ihren Alltag organisieren können. Die Hauptrolle spielen dabei nicht die Autos – sondern die Menschen, die dort wohnen.
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